Die Berge
Wanderung 1: An die Magazine von Capo
Man beginnt am gepflasterten stutenartigen Weg, der, von der Kirche von Chiessi, zwischen den Häusern hinaufsteigt und man erreicht in kurzer Zeit die ersten Kulturen des Tales. Auf dem ersten Teil des Weges muß man dem Wegweiser von C.A.l. Nr. 3 nach Ost, Nord Ost folgen. Nach den letzten Häusern des alten Bauerndorfes wird das Panorama sehr eindrucksvoll: Auf der Rechten (Süd) der majestätische Hügel von San Bartoloineo, auf der Linken der Hügel von Campo alle Serre von dem Gitterwerk des gleichnarnigen Funkturms dominiert. An der Gabelung, verläßt man den nach San Bartoloineo führenden Weg Nr.3, und man geht weiter immer nach Ost auf den Weg, der ins Tal führt. Die Piste folgt parallel zum Bach der Talsohle, in einer von gut erhalteten Terassen gezeichneten Landschaft eingetaucht (einige dieser Terrassen sind heute noch mit Obstgärten und Weinbergen bebaut).
Vom Weg erblickt man in der Ferne den
Capo: eine Erhebung, die in der Mitte
des Tales, wie aus dem Nichts entstanden
ist. In den verlassenen Kulturen kann
man viele Blumenarten beobachten: Von
der Pionier und Grasvegetation, bestehend aus den vielfarbigen Orchideenblüten bis zur Staudensteppe aus Bergalant
(Inula viscosa) und aus Schopflavendel
(Lavandula stoechas), und noch von der
komplexeren Vegetation der Garigue aus
Französischen Zistrosen (Cistus monspeliensis), Baumheide
(Erica arborea) und Ginster. Die
Trockenmauern, zur Stütze der Terrassen
, sind von spezialisierten
Essenzen besiedelt, bestehend, abgesehen
von den überall vorzufindenden Moosen
und Flechten, auch aus den seltsamen
Pflänzchen des Nabelkrauts (Cotyledon
umbiculus veneris), an dem bezeichnenden Blütenstand in Kolbenform und an
der konkaven Form der Blattfläche im
Frühling, erkennbar. Der Pfad geht noch
etwa 20 Min. weiter ins Tal, und nach
einer Abzweigung steigt er plötzlich
hinab, sich dem Graben der Geccarina
nähernd. Der Boden des Pfades ist leicht
bis zur Furt des Baches; von hier aus
folgt der Weg dem Bach dem Nordufer
entlang für eine kurze Zeit, dann fängt er
an in steilen Kehren auf den Hügel von Capo anzusteigen.
Hier ist die Vegetation viel üppiger als die vorherige und mit gut entwickelten Sträuchern von Baumheide (Erica arborea) und Erdbeerbaum (Arbtitlis unedo), und immer häufigeren Steineichen (Quercits ilex) bereichert. Die jetzt veralteten Magazine, die wir weiter oben finden, wurden einmal von den Ortseinwohnern für die erste Bearbeitung des Weines benutzt; ein kurzer Blick ins Innere erlaubt uns, auch wenn durch die Zeit unbrauchbar geworden, einige "Handwerkszeuge", wie die Kelterwanne, das Gewicht, auch "Hebelstein" genannt, und ein seltsamer Granitblock, der mit einer Art von Winde verbunden, das Auspressen der Treber erlaubte, zu erkennen. Am ersten Magazin vorbei, auf der linken Seite (West), finden wir den Umweg, um das zweite Magazin zu erreichen und dann, in die gleiche Richtung weitergehend, um auf den Hügel von Capo anzukommen. Einst war der Capo voll mit Leben: man sieht es an den zahlreichen verlassenen Magazinen, die wir, zwischen den Terrassen, wo die Vegetation rarer wird, erblicken können. Jetzt dominiert die Stille: hie und dort, zeigen einzelne Bäume den Willen der Natur, die von den Menschen in der Vergangenheit entrissene Erde, wiederzugewinnen; und doch, heute noch scheint es uns, den Klang der antiken Arbeit, das lustige Schreien der Kinder, das Schlagen der Eselshufe, den Geruch des Mostes zu spüren. Die Weinkulturen sind verschwunden: nur zahllose Terrassen mit einem buschieen Teppich von Gräsern, Lavendel und Sonnengoldblume bedeckt, die den Berg nach einer antiken und geschickten Bauernarchitektur modellieren. Nach einem breiten Halbkreis in die westliche Richtung kommen wir in Sicht eines kleinen Hügels, auf dem zwei Reihen Trockenmauern den Rand des alten Weges begrenzen.
Der Pfad geht weiter am Plateau entlang, eine kurze Strecke, denn kurz danach müssen wir nach rechts abbiegen und einem Abstieg mit breiten Stufen in den charakteristischen Sprüngen "Saltini" (kleine Sprünge) genannt,
folgen. Einige Kehren vorbei, führt der
Weg schnell abwärts zum Graben von
Infernetto und folgt in Richtung des Grabens für einige Minuten, bis zu einem
breiten Halbkreis, diesmal Richtung Süd,
verbindet sich wieder mit dem Tal vom
Graben der Gneccarina, in der Nähe
eines alten, jetzt Abladeplatz geworde-
neu, Granitbruchs. Mastixbaum (Pistaeia lentiscus), Wolfsmilch (Euphorbia
peplus), Rosmarin (Rosmarinus officinalis) und Myrte (Myrtus communis) sind
die beherrschenden Essenzen in diesem
letzten Teil der Wanderung. Vom Granitbruch, über einen Karrenweg, der die
letzten noch kultivierten Felder des Tales
durchfährt, gelangt man in wenigen
Minuten ins Dorf.
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